Die Frage ist, ob Anabolika gefährlich sind. AAS können bei richtiger Anwendung und in Kombination mit Blutuntersuchungen sicher verwendet werden. Bei falscher Anwendung können die möglichen Nebenwirkungen jedoch schwerwiegend sein. Meist liegt eine Störung des Lipidprofils vor, die die Ablagerung von Plaque in den Arterien fördert. Die strenge Diät der meisten Bodybuilder minimiert dies jedoch oft, indem sie die Fettaufnahme gering hält.
Bei der Einnahme von 17α-alkylierten oralen Anabolika können Leberprobleme auftreten. In seltenen Fällen wurden Fälle von Leberpeliose (blutgefüllte Zysten in der Leber), besser bekannt als Leberkrebs, mit der Einnahme oraler AAS in Verbindung gebracht. Obwohl diese Fälle selten sind, unterstreichen sie die Bedeutung von Blutuntersuchungen während eines Zyklus.
Eine Gynäkomastie (Brustvergrößerung bei Männern) kann auftreten, wenn ein hoher Testosteronspiegel teilweise in Östrogen umgewandelt wird, wobei Estradiol (E2) der primäre Metabolit ist. Das für diese Umwandlung verantwortliche Enzym heißt Aromatase. Dies kann durch eine Klasse von Medikamenten, sogenannte Aromatasehemmer (AI), verhindert werden. Eine andere Klasse von Medikamenten, selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERMs), wie Raloxifen oder Nolvadex, können ebenfalls verwendet werden, da sie die Bindung von Östrogen an den Östrogenrezeptor blockieren, anstatt an das Enzym zu binden, das Testosteron in Östrogen umwandelt.
Gibt es Langzeitwirkungen?
AAS werden seit den 1930er Jahren von Menschen zur Leistungssteigerung eingesetzt. Ausgangspunkt war ein Rohextrakt aus dem Urin männlicher Hunde. Nazi-Fallschirmjäger galten als die ersten, die Testosteron zur Leistungssteigerung einsetzten. In den 1950er Jahren entwickelte das Pharmaunternehmen Ciba Dianabol, woraufhin der Wettlauf um die Suche nach dem besten Steroid im Hinblick auf die anabole-androgene Dissoziation begann.
Die lange Geschichte der Anwendung durch Tausende von Menschen hat gezeigt, dass bei vernünftiger Anwendung bei den meisten Menschen keine langfristigen Nebenwirkungen auftreten. Allerdings besteht auf diesem Gebiet ein deutlicher Mangel an Forschung; in der medizinischen Literatur finden sich nur vereinzelt Fallstudien. Die Massenmedien neigen dazu, den Tod ehemaliger Steroidkonsumenten aufzubauschen.
Tatsächlich ist das wahrscheinlichste Problem eine Zunahme der Plaqueablagerungen in den Arterien aufgrund ungünstiger Blutfettwerte. Dies betrifft nicht alle Benutzer, daher ist eine Blutuntersuchung wichtig.
Es gibt starke Hinweise darauf, dass eine kurzfristige Einnahme von Anabolika eine lang anhaltende leistungssteigernde Wirkung haben kann.